Wir haben einen sehr interessanten und schoenen Start ins neue Jahr erlebt. Die Fahrt nach Phnom Penh war ereignislos auch wenn diesmal die Mit-Passagiere nicht grade erste Wahl waren. Wir haben dann im Lucky Guesthouse in Phnom Penh uebernachtet und sind am naechsten Morgen mit Ach und Krach im Hua Lien-Bus nach Kep untergekommen. Die Fahrt nach Kep gefaellt mir immer gut; die Strecke fuehrt an kleinen Huegeln und vielen Reisfeldern vorbei an die Kueste nahe der vietnamesischen Grenze. Wir sind dann mittags gut bei Armin in Kep untergekommen... aber es stellte sich raus, dass er nun doch etwas gar einfach dort lebt - ohne Strom und mit sehr wenig Wasser...
Die Neujahrsnacht selber haben wir in der Kep Lodge bei Dan verbracht; die Roesti war super... der Gastgeber weniger... Als wir uns auf den Heimweg zu Armin machten, zu dritt auf dem Motorrad, welches wir vom Polizisten Mr. Wanna ausgeliehen haben, war noch alles ok. Doch unten auf der Hauptstrasse ging ploetzlich das Licht des Motorrades aus und wir rollten langsam ins Zappenfinstere weiter... zum Glueck hatte Armin schnell seine Taschenlampe zur Hand und konnte mir notduerftig den Weg weisen. Irgendwie habe ichs geschafft uns auf dem Toeff heil bis Armin's Haus zu chauffieren; das war eins meiner groessten Abenteuer im ganzen 2007 und das um 23.30 am 31.12...
Am naechsten Morgen haben wir einmal mehr die Super-Fisch-Reissuppe bei Kim Ly am Krebsmarkt genossen und am Nachmittag haben wir uns mit viel Gepaeck von 2 Polizisten ins 25 km entfernte Kampot chauffieren lassen. Mr. Wanna war noch ziemlich angeheitert von der Neujahrsnacht und so genoss ich denn eine zuegige Motorrad-Fahrt. Auch dieses erste Abenteuer im neuen Jahr haben wir heil ueberstanden und zu meinem positiven Erstaunen erwies sich auch der Aufenthalt in Kampot als recht angenehm. Mit den Jungs vom Orchid Guesthouse stuerzten wir uns am 2.1.08 ins naechste Abenteuer - der Bokor Hill...
Um 8.30 morgens standen wir gut eingepackt beim Orchid GH bereit und bestiegen die Pickup-Trucks. Anna und ich haben uns im Inneren eines Wagens die Rueckbank gesichert und holperten schon bald nach Kampot auf der immer schlechter werdenden Strasse bergwaerts. Nach einigen Kilometern am Berg ploetzlich ein Scheppern und Kraechzen und wir standen bockstill... Achsbruch dachte ich mir, der Tag ist gelaufen. Laufen war auch sofort die Idee der Guides, Flicken die des Chauffeurs. So liefen denn die Barangs los, ca. 50 Personen, denn wir blockierten mit unserem Wagen die ganze Strasse und so bildete sich ein Stau am Bokor. Nach einer halben Stunde hatten die Khmers das Auto tatsaechlich wieder im Schuss und den Rest des Tages blieben wir von aehnlichen Zwischenfaellen verschont. Anna und ich spazierten bloss ein bisschen bergauf und waren beim Neustart gleich wieder auf unseren Plaetzen. Das Einsammeln der Barangs wurde dann aber etwas chaotisch, zumal weiter oben ein weiteres Fahrzeug haengen geblieben war.
Oben angekommen blies uns ein kalter Wind um die Ohren, aber es war alles in allem ein Super-Ausflug. Eine bizare Landschaft und ein altes franzoesisches Kasino auf ueber 1000 m Hoehe... ein ehemaliger Kriegsschauplatz zwischen Khmer Rouge und Vietnamesen... und heute ein Nationalpark mit 50 Rangern, die versuchen, die Wilderer und Holzfaeller daran zu hindern, den Park zu pluendern. Auf Fotos, welche die Ranger zeigen, sind ausgewachsene Tiger zu sehen und urtuemliche Viecher, fuer die ich keine Namen kenne. Moeglicherweise werde ich naechstes Mal in Kambodscha ein paar Tage mehr dort oben verbringen.
Am Abend habens wir geschafft, mit einem Taxi von Kampot nach Sihanoukville zu reiten und um 19.30 sind wir denn hundemuede an der Otres Beach eingetroffen. Wir kamen bei Viset Ratanak gut unter und haben uns erst mal einen schoenen grossen Fisch zur Brust genommen. Den gestrigen Tag habe ich zum groessten Teil in der Haengematte verbracht. Meine leicht geschwundenen Fettreserven habe ich gestern auch wieder aufgefuellt - unter anderem mit vielen feinen Krebsen... Heute schliesslich sind wir morgens auf das Russen-Boot nach Koh Kong, wo nun die Aufgabe ansteht, fuer die naechsten 9 Monate fuer Anna eine Basis zu schaffen. Erst haben wir ja gedacht sie koennte bei Otto unterkommen, aber ich denke das ist doch nicht die Idealloesung, zumal Otto grade abgaengig ist und niemand weiss, wo er steckt. Wir wohnen fuer erste doch mal dort und geniessen das gute Essen. Vielleicht wird Anna bloss eine Weile in der Kueche bei Otto arbeiten um die Zubereitung deutscher Speisen zu erlernen. Das waere gut fuer meine Fettreserven in Kambodscha ;-) Mehr dazu spaeter...
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